Depressionen mit Hormonersatztherapie vorbeugen?

Die Menopause erhöht das Risiko einer Depression. Können Östrogen und Progesteron dies verhindern? Eine aktuelle Studie gibt Anlass zur Hoffnung.

Fakt ist: Frauen in der Menopause haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, eine Depression zu entwickeln. Bislang untersuchten einige Studien, ob eine Hormonersatztherapie die Wahrscheinlichkeit einer Depression senken kann. Die Ergebnisse waren aber nicht eindeutig.
Eine aktuelle Studie liefert neue Erkenntnisse: Insgesamt wurden 172 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren (perimenopausal oder seit kurzem postmenopausal) über 12 Monate begleitet. Die Teilnehmerinnen litten an keiner Depression und erhielten entweder transdermales Östradiol (0,1mg pro Tag) oder transdermales Placebo. Zusätzlich erhielten die Frauen 200mg Progesteron oder Placebo in oraler Form.
In der Placebo Gruppe hatten mehr als 30 Prozent signifikante depressive Symptome innerhalb von 12 Monaten (gemessen mit der CES-D Skala = Center for Epidemiological Studies-Depression Scale. In der Östrogen- und Progesteron-Gruppe dagegen nur 18 Prozent. Je belastender und stressiger der Alltag der Frauen war, umso deutlicher waren die Unterschiede in der Entwicklung einer depressiven Störung.

Die Autoren schlussfolgern, dass eine Hormonersatztherapie mit Östrogen und Progesteron effektiver als Placebo in der Vorbeugung postmenopausaler Depressionen ist.

Fazit

Eine Hormonersatztherapie kann durchaus eine Depression nach der Menopause unwahrscheinlicher machen. Sie können damit als effektive Alternative zu Antidepressiva fungieren, auch in der Rückfallprophylaxe. Ihr Einsatz ist aber wegen möglicher unerwünschter Nebenwirkungen der Hormone umstritten: Mit der Einnahme von Östrogen und Progesteron gibt es auch ein gering erhöhtes Risiko von Thrombosen und Schlaganfällen sowie Brustkrebs.

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