Essstörung: Das Leben nach der Therapie

Wie geht es Kindern und Jugendlichen, die wegen einer Essstörung behandelt wurden? Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss.

In der aktuellen Ausgabe des „International Journal of Eating Disorders“ haben Wissenschaftlerinnen der Universität Aachen (RWTH) interessante Studienergebnisse vorgestellt. Im Zentrum stand die Frage, wie nachhaltig die stationäre Behandlung von Esstörungen hilft: Wie gesund sind die Kinder und Jugendlichen nach einigen Jahren? Leiden sie – immer wieder oder noch – unter der Esstörung oder sind andere psychische Erkrankunge aufgetreten?

Die Autoren haben 68 Patienten mit Anorexia nervosa, die ehemals stationär behandelt wurden und zum damaligen Zeitpunkt ein mittleres Alter von 12,5 Jahren hatten, innerhalb von fünf bis zehn Jahren nachuntersucht. Das mittlere Alter lag bei der Nachuntersuchung bei 20,2 Jahren.
Insgesamt konnten knapp 80% der ursprünglichen Stichprobe nachuntersucht werden.

Ergebnisse

41 Prozent hatten einen guten Verlauf, 24 Prozent einen schlechten Verlauf und 35 Prozent lagen dazwischen, d.h. zwar gebessert im Vergleich zum ursprünglichen Befund, aber weiterhin mit stark erhöhten Werten auf entsprechenden Essstörungsskalen.

28 Prozent erfüllten neben der Essstörung eine weitere psychiatrische Diagnose nach DSM-4, und 64 Prozent hatten die Kriterien für eine zusätzliche psychiatrische Diagnose in der Vergangenheit erfüllt.

Positive Prädiktoren für ein positives Outcome waren lediglich das Gewicht bei Aufnahme.

Fazit für die Praxis

  • Die kindliche Anorexie ist eine schwerwiegende Erkrankung mit einem hohen Anteil eines ungünstigen Verlaufs und hohen Raten von Chronizität und psychiatrischer Komorbidität im jungen Erwachsenenalter.
  • Herausforderungen der Versorgung sind einerseits die frühzeitige Erkennung und Intervention, andererseits die konsequente Behandlung möglichst bis zu diesen Zielen: einem gesunden, altersbezogenem Gewicht, einer Normalisierung des Essverhaltens sowie einer Reduktion der körperbezogenen Ängste. Das betrifft nicht nur stationäre Therapie (nicht zu früh entlassen!) sondern insbesondere auch effektive, spezialisierte Nachsorge.

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